Firmengeschichte 
Die ersten 100 Jahre
Für eine Reederei und Schiffsmaklerfirma gehört mehr als Glück dazu, zwei Weltkriege und mehrere schwere Handelseinbrüche, darunter die Weltwirtschafts-krise um 1930, zu überstehen.
 

Erfahrung, Sinn für Kontinuität, Augenmaß für das ökonomisch Mögliche und Menschenkenntnis bei der Auswahl der Mitarbeiter sind die Eckpfeiler des Erfolgs. Erfahrung brachte bereits Johann Heinrich Vogemann mit, als er H. Vogemann am 22. April 1886 ins Hamburger Handelsregister eintragen ließ.

 

Das erstes Schiff war der Segler „Western Chief“. Zwei Neubauten, „Walküre“ und „Rheingold“, folgten. Sie fanden vor allem im europäischen Handel Verwendung. Damit ließen sich allerdings die schweren Jahre um die Jahrhundertwende nicht bewältigen, weswegen ein kühner Plan gefasst wurde: H. Vogemann beschloss den Aufbau eines regelmäßigen Linienverkehrs zwischen Hamburg und New York.

 

Es war den Beteiligten dabei durchaus bewusst, dass sie sich in direkte Konkurrenz zur Hamburg Amerika-Linie (H.A.L., später Hapag, heute Hapag-Lloyd) begaben, der damals weltgrößten Schifffahrtsgesellschaft. Möglich machte das die Beweglichkeit einer kleinen Firma und die Aufnahme von mehreren 10 000 bis 12 000 tons Zwischendeckern auf Zeitcharterbasis zusätzlich zur eigenen Tonnage, damals ein ansehnliches Volumen. Aber natürlich keine wirkliche Konkurrenz für Albert Ballin, den Hapag-Chef.

 

Immerhin störte der kleine Rivale den Riesen doch insoweit, als er attraktive Angebote machte und damit Ballins Preisgestaltung behinderte. Wie sehr, wurde bei Verhandlungen klar, mit denen die Hapag H. Vogemann zur Aufgabe des Nordatlantik-Geschäfts veranlassen wollte.

 

Das gelang 1902 schließlich nur um den Preis einer hohen monatlichen Entschädigung, die noch bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs pünktlich einging. Damit vermochte H. Vogemann ein solides Agenturgeschäft auf dem Hafen- und Liniensektor (u.a. Südamerika) zu entwickeln. Außerdem konnte die Firma – modern gesagt – als „Operator“ auftreten, das heißt Schiffe gegen Teil- oder Vollladungen auf Zeitcharter übernehmen. Schiffsneubauten wie die 1909 vom Stapel gelaufene „MS Vogesen“ sorgten für die Fortsetzung der Reedereiaktivitäten. Der große Krieg brachte dann das Unternehmen durch Verlust seiner Schiffe und die zwangsweise Aufgabe aller Geschäfte in den USA nach dem amerikanischen Kriegseintritt 1917 an den Rand der Existenz. Dort hatte H. Vogemann Büros in New York, Savannah, New Orleans und Norfolk unterhalten. Mit Mühe und Zähigkeit gelang es den Söhnen des Firmengründers Heinrich und Richard Vogemann, nach dem Krieg wieder in den USA Fuß zu fassen, was bei galoppierender Inflation in Deutschland die Rettung bedeutete. Der Erwerb eigener Schiffe stabilisierte die Lage. Der Zweite Weltkrieg brachte die nächste Katastrophe, gemildert nur durch Zuweisungen fremder Schiffe als Entschädigung für die bis 1942 sämtlich verlorenen eigenen. Alle ausländischen Niederlassungen freilich mussten bis 1945 schließen, und nach Kriegsende hatte H. Vogemann auch die zugewiesenen Schiffe abzugeben.

 

Es spricht für den Mut und den Ideenreichtum des inzwischen zum Alleininhaber gewordenen Richard Vogemann und seiner Mitarbeiter, dass sie in dieser Situation nicht aufgaben. Mit der Konzentration auf die Tätigkeit als Befrachtungsmakler gelang bald sogar ein neuer Aufschwung. Auch das Reedereigeschäft mit bis zu vier Schiffen lief bald wieder. Neue Teilhaber und ein gewachsener Miarbeiterstab erlaubten 1986 einen stolzen Rückblick auf 100 Jahre Firmengeschichte und motivierten zu weiterer Expansion auch in andere Geschäftsfelder.

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Firmengeschichte seit 1986
Tradition, Zuverlässigkeit und Kompetenz sowie zukunftsorientierte firmenpolitische Ausrichtung haben den Erfolg von H. Vogemann seit nunmehr weit über hundert Jahren sichergestellt. Diese Werte sind auch weiterhin Geschäftsmaxime und Garanten für die Fortführung unserer bewährten und erfolgreichen Strategie und geben unseren Geschäftspartnern die Gewissheit einen kompetenten Partner an ihrer Seite zu haben. Die Firmengruppe befindet sich weiterhin zu 100% in Privatbesitz.

 

In 2001 – in Erwartung eines weltweiten Wirtschaftsaufschwung mit Schwerpunkt in Fernost – öffnete H. Vogemann ein neues Kapitel seiner Reedereiaktivitäten. Basis der neuen Flotte bildeten die vier Panmax-Schiffe Vogevoyager und Vogetrader, gefolgt von Xinxing Hai und Xinshi Hai

 

Derart aufgestellt konnten wir uns im Zuge der nachhaltigen Belebung der Schifffahrt seit 2003 konsequent dem weiteren Ausbau unserer Aktivitäten in den Geschäfts-feldern Befrachtungsmaklerei, Reederei, Shipmanagement sowie Schifffahrts-agentur unter der Führung von vier geschäftsführenden Gesellschaftern widmen.

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